* Sternbilder und ihre Mythen * |
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Ein griechischer Mythos: Cassiopeia eine Königin von Äthiopien, war eine sehr schöne Frau. Da sie sehr eitel war, prahlte sie sehr oft mit ihrer Schönheit. Sie prahlte sogar damit, daß sie schöner sei als die Meerjungfrauen des Meeresgottes Poseidon. Als Poseidons Meerjungfrauen dies hörten, wurden sie sehr zornig. Die Meerjungfrauen verlangten, daß Poseidon Cassiopeia bestrafen sollte, weil sie es wagte, sich mit ihnen zu vergleichen. Poseidon stimmte dem zu. Er versetzte Cassiopeia an den Himmel, damit sie verspottet wurde. Cassiopeia kreist jede halbe Nacht um den Polarstern. Sie sitzt auf einem Stuhl, der überkopf steht. Cassiopeia muß sich mit beiden Armen daran festhalten, um nicht herunterzufallen. Diese Position am Himmel ist sehr demütigend für eine Frau, die stolz auf ihre Schönheit ist.

Ein Mythos der Woodland Indianer: Im Spätfrühling wachte ein Bär von seinem langen Winterschlaf auf und verließ seine Höhle um nach Nahrung zu suchen. Drei Jäger sahen den Bären und begannen ihm nachzustellen. Genau wie der Bär waren auch die Jäger nach dem langen kalten Winter sehr hungrig. Der erste Jäger hatte einen Pfeil und einen Bogen, womit er den Bären erlegen wollte. Der zweite Jäger trug einen großen Topf, indem er den Bären kochen wollte. Der dritte Jäger folgte den anderen beiden nach. Er sammelte Holz für das große Feuer, das sie brauchen würden, um so eine große Mahlzeit kochen zu können. Den ganzen Sommer jagten die Jäger den Bären durch den Himmel. Im Herbst wurde der Bär schwächer, und der erste Jäger konnte ihn mit seinem Pfeil erlegen. Der tote Bär fiel auf den Rücken. Die Jäger aßen den Bären und ließen sein Skelett zurück. Als der Winter begann, wurde es kälter. Das Skelett des Bären war immer noch am Himmel zu sehen, aber der Lebensgeist des Bären hatte von dem Körper eines schlafenden Bären besitzergriffen. Der Bär schlief während des ganzen langen, kalten Winters. Als der Frühling wiederkam, erwachte der Bär und machte sich auf die Suche nach Futter. Aber auch er wurde von den Jägern erlegt. Sein Lebensgeist ergriff Besitz von einem anderen Bären, der in der Höhle schlief. So wiederholt es sich jedes Jahr.

Mythos der Shawnee Indianer: Eine Gruppe junger Schwestern tanzte fröhlich in einem Kreis am Himmel. Auf der Erde wurden sie von einem tapferen und zauberkundigem Jäger mit Namen "Weißer Falke" gesehen, der eine von ihnen zur Frau nehmen wollte. Weißer Falke verkleidete sich als eine Feldmaus, stieg in den Himmel auf und kroch nahe an die tanzenden Schwestern heran. Er entschied sich für die Jüngste, schnappte sie sich und nahm sie mit sich fort. Weißer Falke war sehr freundlich zu dem jungen Mädchen und sie verliebte sich sehr schnell in ihm. Obwohl sie mit ihrem Ehemann sehr glücklich war, wollte sie gerne mit ihren Schwestern im Himmel tanzen. Weißer Falke gab ihr eine magische weiße Falkenfeder, damit sie in einem silbernen Korb zwischen Himmel und Erde reisen konnte. Beobachter von der Erde sehen immer eine Lücke im Sternenkreis. Das ist der Platz, der für die jüngste Schwester reserviert war. Er wird nur besetzt, wenn sie in den Himmel aufsteigt um an dem Tanz teilzunehmen.

Ein ostindischer Mythos: Vor langer Zeit verließen fünf Prinzen ihr Reich,
um das Königreich des Himmels zu suchen. Sie nahmen etwas zu Essen und zu
Trinken mit auf ihre Reise. Einer der Prinzen, Yudistira, nahm seinen Hund
Svana mit. Yudistira war der älteste. Seine Brüder waren Sahadeva,
der weiseste, der mehr gelernt hatte als alle anderen Menschen. Nakula, der schönste, berühmt für seine Anmut und Schönheit,
Arjuna, der stärkste, der niemals in einem Kampf
besiegt wurde, und Bhima, der lustige, der für seinen
Humor und seine Liebe an Vergnüglichkeiten bekannt war. Nach einer Reise von
mehreren Tagen kamen die Brüder an einem Jahrmarkt vorbei, wo Musik spielte
und die Menschen feierten und tanzten. Bhima, der
lustige sagte zu seinen Brüdern: "Ich werde heute hier rasten und feiern
und morgen das Königreich des Himmels suchen.".
Yudistira, seine Brüder und der Hund gingen ohne ihn weiter.
Einige Tage später kamen die Reisenden zu einer weiten Ebene, wo eine große
Armee Aufstellung bezog und ihren Feind erwartete. Als Arjuna, der stärkste, das sah, sagte er: "Ich werde heute
für mein Land kämpfen und morgen das Königreich des Himmels suchen".
Yudistira, seine Brüder und der Hund gingen ohne
ihn weiter. Viele Tage vergingen. Die Reisenden kamen zu einem herrlichen
Palast, der von einem Garten mit Blumen und Springbrunnen umgeben war. Im
Garten ging eine hübsche Prinzessin mit ihren Dienern spazieren. Als sie Nakula,
den schönen sah, war sie von Liebe und Sehnsucht ergriffen. Nakula
brannte ebenfalls vor Liebe. Er sagte zu seinen Brüdern: "Ich werde heute
hier bei der Prinzessin bleiben und morgen das Königreich des Himmels suchen."
Nakula ging in den Garten und Yudistira und sein Bruder Sahadeva
und der Hund reisten ohne ihn weiter. Viele Tage und Nächte später kamen die
Reisenden zu einem großen Tempel, wo heilige Männer lebten. Sahadeva,
der weiseste, sehnte sich danach, sich ihnen beim Beten und Studieren anzuschließen.
Er sagte zu seinem Bruder Yudistira: "Ich bleibe
heute hier und suche das Königreich des Himmels morgen." Sahadeva ging in den Tempel. Yudistira
und Svana gingen ohne ihn weiter. Schließlich erreichte
Yudistira den Berg Meru,
das Tor zum Himmel. Indra, der Herr über Vergangenheit
und Gegenwart, erschien vor ihm und lud ihn ein, hinaufzusteigen. Yudistira
verbeugte sich tief und antwortete: "Ich würde das sehr gerne tun, wenn
ich meinen Hund, Svana, mitbringen darf". "Das
geht nicht", sagte Indra, "im Himmel ist
kein Platz für Hunde. Verlasse ihn und tritt ein in die ewige Glückseeligkeit."
"Das kann ich nicht tun", sagte Yudistira.
"Ich will keine Glückseeligkeit, bei der ich einen so lieben Begleiter
zurücklassen muß"
"Du bist ohne deine vier Brüder weitergereist", sagte Indra, "Warum willst du nicht in den Himmel ohne
deinen Hund eintreten?"
"Mein Herr, meine Brüder verließen mich um ihre Herzenswünsche
nachzugehen. Svana hat mir sein Herz gegeben. Bevor
ich auf ihn verzichte, verzichte ich lieber auf den Himmel."
"Du hast gut gesprochen", sagte Indra.
"Komme herein und bringe deinen Hund mit ". So stiegen Yudistira und Svana auf in das Paradies.
Als Erinnerung an die Hingabe der beiden füreinander setzte Indra das Sternbild "Großer Hund" an den Himmel,
dessen Stern Sirius der hellste unter den Sternen ist.
Die Muse Kalliope schenkte dem Flussgott Oiagros in Thrakien einen Sohn namens
Orpheus. Der Junge ähnelte mit seinen Löckchen sehr dem Gott Apollon. Orpheus
hatte eine große musikalische Begabung. Kalliope brachte Orpheus zum Kentauren
Cheiron, dem Lehrer vieler berühmter Helden. Hier nutzte Orpheus jede Gelegenheit,
um mit der goldenen Leier seines Lehrers zu spielen.
Orpheus wurde der bedeutendste Sänger der Griechen. Die Lieder wurden noch
zauberhafter, als er sich mit der Nymphe Eurydike vermählte. Jedoch schon
kurz nach der Hochzeit trat Eurydike beim herumtollen auf eine Schlange, die
ihre Giftzähne sofort in ihren Fuß schlug. Orpheus verfiel in eine tiefe Trauer,
als er seine geliebte Frau tot vorfand. Er beschloss, in das Schattenreich
des Hades zu gehen und ihn zu bitten, ihm Eurydike wiederzugeben.
Der Fährmann Charon wollte Orpheus trotz seiner Bitten nicht in das Schattenreich
bringen. Nur die Toten seien seine Fahrgäste. Erst als Orpheus in seiner Trauer
auf der goldenen Leier spielte, ruderte Charon den Sänger unbewusst ans andere
Ufer. Orpheus machte sich nun auf den Weg zum Thron des Hades.
Bezaubert von Orpheus Liedern versprach Hades Eurydike freizulassen, wenn
Orpheus eine Bedingung erfülle. Der Sänger sollte geführt von Hermes und gefolgt
von Eurydike das Reich des Hades verlassen, jedoch ohne sich auch nur einmal
umzuwenden. Würde sich Orpheus auch nur einmal umwenden, wäre seine Gemahlin
auf ewig verloren.
Orpheus nahm die Bedingung an. Auf seinem langen Weg konnte er Eurydike nicht
hören, da diese ja noch ein seelenloser Schatten war. Den Sänger kamen immer
mehr Zweifel, ob seine Frau ihm auch wirklich folgte. Als die Strahlen des
Helios bereits das Dunkel durchdrangen, wandte sich Orpheus um und sah den
Schatten seiner geliebten Frau. Bevor er sie jedoch in seine Arme nehmen konnte
entschwand sie wieder im Reich des Hades. Orpheus machte sich schwere Vorwürfe,
da Eurydike durch seine Schuld auf immer verloren schien. Seine Lieder verstummten
und er kehrte verzweifelt nach Thrakien zurück, wo er vier Jahre lang trauerte.
An einem Frühlingstag erwachte Orpheus wie aus einem tiefen Schlaf. Die Natur
zeigte sich von ihrer schönsten Seite. Da nahm Orpheus seine Leier und begann
auf einem Hügel seine Lieder zu singen. Die Lieder hörten auch einige kikonische
Frauen, die das Bacchanal feierten. Eine von ihnen, stockbetrunken, zeigte
auf Orpheus und kreischte, er sei ihr Feind, der Frauenverächter. Da fielen
die Frauen mit Knüppeln über Orpheus her und schlugen ihn tot. Seine Leier
und seinen blutüberströmten Kopf warfen sie in das Wasser des Flusses Hehros.
Im Schattenreich begegnete Orpheus dem Schatten seiner Eurydike und nichts
konnte sie nun wieder trennen. Die Götter verwandelten den unsterblichen Sänger
in einen weißen Schwan und trugen ihn an den Himmel. Auch die Leier wurde
von den Göttern in ein Sternbild verwandelt. Seitdem fliegt Orpheus als Schwan
den Erde und somit seiner geliebten Eurydike entgegen.

Ein Orakel hatte geweissagt, dass Akrisios, König von Argos, durch die Hand
eines Sohnes seiner Tochter Danae sterben würde. Deshalb musste sie in einem
Palast tief unter der Erde leben. Trotzdem drang der Göttervater Zeus zu Danae
vor. Aus dieser Vereinigung entstand Perseus. Aus Angst befahl Akrisios, Danae
und den kleinen Perseus in einer Holzkiste einzuschließen und ins Meer zu
werfen.
Beim Fischen wurde die Kiste auf der Insel Seriphos von Diktys gefunden. Dieser
brachte die Frau mit dem Knaben zu seinem Bruder, dem König Polydektes, in
dessen Palast Perseus zu einem schönen und kräftigen Jüngling heranwuchs.
Polydektes wollte Danae zur Frau, wurde aber von Ihr abgewiesen. Daraufhin
wollte er Danae mit Gewalt nehmen. Perseus erfuhr davon und forderte den König
auf, Danae in Ruhe zu lassen. Aus Angst vor Zeus, dem Vater Perseus' fügte
sich Polydektes. Statt dessen gab er nicht ohne Hintergedanken Perseus den
Auftrag, ihm das Haupt der Gorgo Medusa zu bringen.
Die Gorgonen waren furchtbare Ungeheuer und wohnten an der Westgrenze der
Erde. Sie hatten an Stelle von Haaren Schlangen mit nadelspitzen Zähnen. Dabei
waren die Gorgonen so hässlich, dass jeder, der in ihr Antlitz schaute, sofort
zu Stein erstarrte. Zeus schickte die Göttin Athene und den Götterboten Hermes
zu Perseus. Athene übergab Perseus einen glänzenden Schild und Hermes übergab
ihm ein Schwert, das auch härtesten Stahl durchdringen konnte. Unterwegs überlistete
Perseus die Graien, Töchter des Phorkys und der Keto, die gemeinsam nur einen
Zahn und ein Auge besaßen. Von Ihnen erfuhr Perseus den Weg zu den Gorgonen.
Auf seinem Weg traf Perseus auch die Nymphen. Diese schenkten ihm geflügelte
Sandalen, eine Tarnkappe und einen Ranzen, der sich ausdehnte und zusammenzog,
je nach dem was man hineintat. Perseus flog zu den Gorgonen, welche er schlafend
antraf. Von den drei Gorgonen war nur Medusa sterblich und von ihr wollte
Perseus das Haupt abschlagen. Hermes erschien in Gestalt eines Adlers und
zeigte Peseus, welche der Gorgonen Medusa war. Perseus nutzte seinen Schild
als Spiegel, um Medusa nicht direkt zu sehen, und schlug ihr mit seinem Schwert
den Kopf ab. Er packte den Kopf in seinen Ranzen und flog, durch die Tarnkappe
unsichtbar, davon. Aus dem Körper der Medusa schoß das Blut. Im selben Moment
entschlüpfte auch das geflügelte Pferd Pegasus der Medusa. Perseus schnappte
sich das schnelle Pferd Pegasus und entkam der Gorgoneninsel.
Als Perseus zu Polydektes zurückgekehrt war, glaubte dieser nicht, dass Perseus'
Ranzen das Haupt der Medusa enthielt. Darauf hin zeigte Perseus das Haupt
hoch, worauf Polydektes sofort zu Stein erstarrte. Perseus kehrte zurück nach
Argos. Sein Großvater Akrisios floh aus Angst vor dem Orakel in die Berge.
Eines Tages kam Akrisios als uralter Mann zu festlichen Spielen nach Argos
und wurde unabsichtlich von einem Diskus tödlich getroffen, den Perseus geschleudert
hatte.

Vor langer Zeit hatte Apollon, der Gott des Lichtes, einen großen Altar hergerichtet
um seinem Vater, dem Göttervater Zeus zu opfern. Gerade noch rechtzeitig bemerkte
Apollon, dass Wasser für das Opfer fehlte. Er schickte daraufhin seinen silberweißen
Raben mit einem goldenen Becher zu einem Gebirge um von der dortigen Quelle
Wasser zu bringen.
Unterwegs kam der Rabe an einer Dattelpalme vorbei. Schon lange wollte er
von den Früchten dieses Baumes kosten, jedoch waren sie zu diesem Zeitpunkt
noch nicht reif. So wartete der Rabe einige Tage. Nachdem die Datteln reif
waren, machte es keinen Sinn mehr, Wasser für Apollon zu holen. So nahm der
Rabe zu einer List Zuflucht. Er fing eine Wasserschlange und kehrte mit dieser
zu seinem Herrn zurück.
Der Rabe erzählte Apollon, er habe kein Wasser schöpfen können, da die Wasserschlange
die Quelle bewacht hatte und keinem erlaubte, dort Wasser zu holen. Apollon
fiel auf diese Lüge nicht herein und verfluchte außer sich vor Zorn den Raben,
der dessen Federn sich daraufhin auf ewig schwarz färbten.
Noch heute erinnern die Sternbilder Rabe, Becher und Nördliche Wasserschlange
an diese Geschichte.

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Gruppe 5 *
Experimentelle Gestaltung SS 2005 |